Mit in Kraft treten der Rentenreform am l. Januar 2001 hat der Staat seine Leistungen extrem eingeschränkt. Wer aus gesundheitlichen Gründen schon vor Beginn der Altersrente nicht mehr erwerbstätig sein kann, muss selbst vorgesorgt haben, um keinen dramatischen Rückgang seines Lebensstandards in Kauf zu nehmen. 

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn Sie in gar keinem Beruf mehr tätig sein können, also zu 100% invalide sind. Ihre berufliche Qualifikation, Erfahrung und bisheriger Lebensstandard oder die Arbeitsmarktlage sind ohne Belang. Die Versicherung zahlt also erst im schlimmsten Fall. Das ist ein geringerer Schutz als ihn die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet. Diese zahlt bereits, wenn Sie zu mindestens 50% außerstande sind, im zuletzt ausgeübten Beruf weiterzuarbeiten. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist daher i.d.R. die erste Wahl. 

Sinnvoll ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung aber für diejenigen, die keine oder noch keine berufliche Tätigkeit ausüben, etwa für Studenten und Auszubildende. Weil sie ihren eigentliche Berufsweg noch gar nicht begonnen haben, können sie eine Berufsunfähigkeit nur schwer nachweisen. Auch Hausfrauen haben häufig dieses Problem. Aber auch für viele Berufstätige kann eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung von Vorteil sein. Selbstständige können die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente beispielsweise oft nur schwer durchsetzen, wenn sie ihren Betrieb so umgestalten können, dass ein Mitarbeiter den Teil ihrer Tätigkeiten übernimmt, den sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr schaffen. Ihre Berufsunfähigkeit wird faktisch erst dann anerkannt, wenn sie erwerbsunfähig sind. In diesem Fall ist es von vornherein besser, eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. 

Wer sich bewusst nur für den schlimmsten Fall absichern will, kann ebenfalls auf eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung zurückgreifen. Angehörige bestimmter Berufsgruppen, z..B. gefährliche Berufe wie Dachdecker oder Sprengmeister, Musiker oder Fotografen, werden von den Versicherern als besondern risikoträchtig eingestuft und bekommen häufig gar keinen Versicherungsschutz gegen Berufsunfähigkeit. Auch hier ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung als Invaliditätsvorsorge erste Wahl und eher geeignet als eine Unfallversicherung. Denn die zahlt nur bei Unfallfolgen. 

Die Policen werden als eigenständige Verträge (EU) und als Zusatz zur Kapitallebens- und Risikolebensversicherung (EUZ) angeboten. Sie sind deutlich preiswerter als eine vergleichbare Police, die bei Berufsunfähigkeit leistet. 

Wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung gilt auch hier: Welches Angebot das beste ist, ist erst in zweiter Linie eine Frage des Preises. Entscheidend sind gute Versicherungsbedingungen, damit Sie sicher sein können, dass Sie im Versicherungsfall schnell die erste Rente erhalten. Eine preiswerte Versicherung, die nicht zahlt, nutzt Ihnen gar nichts! 

Es gilt vielmehr auf folgende Punkte zu achten:

Die in allen Punkten beste Versicherung gibt es nicht. Daher ist es wichtig eine auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte Versicherung auszuwählen! 

Ratschlag